Verachtung
Es gibt Sätze, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. „Willst du eine Waffe am Kopf haben?“ So geht man in Berlin inzwischen mit einem Spitzenkandidaten für das Amt des Regierenden Bürgermeisters um.
In der Kolumne schreibt Roman Kaupert persönlich über das, was Berlin bewegt. Er ordnet aktuelle Entwicklungen ein, bezieht Stellung zu politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen und teilt seine Sicht auf die Chancen und Herausforderungen der Hauptstadt. Subjektiv im Standpunkt, aber transparent in der Haltung – als Einladung zum Mitdenken und Weiterdiskutieren.
Es gibt Sätze, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. „Willst du eine Waffe am Kopf haben?“ So geht man in Berlin inzwischen mit einem Spitzenkandidaten für das Amt des Regierenden Bürgermeisters um.
Kai Wegner hat sich entschuldigt. Doch die größere Frage bleibt: Welche erkennbare Idee hat diese Regierung für Berlin? Eine Kolumne über Richtung, Führung und politische Erzählung.
Der Fall aus einem Neuköllner Jugendclub wirft Fragen nach Opferschutz, staatlicher Verantwortung und möglicher ideologischer Rücksichtnahme auf. Eine Einordnung von Roman Kaupert.
Berlin ist müde. Nicht Sommerabend-an-der-Spree-müde. Sondern auf Berliner Art: genervt, überdrüssig und nur noch begrenzt bereit, sich das nächste politische Schauspiel anzusehen.
Zwei Slogans, ein Befund. Es liest sich fast wie die Überschrift der nächsten Koalition. Zumindest kam mir dieser Gedanke sofort, als ich die beiden neuen Wahlkampfslogans von CDU und SPD direkt hintereinander las. So harmonisch greifen sie ineinander: „Berlin wird.“ „Wieder Berlin.“ Das klingt fast schon nach einer gemeinsamen Dachzeile für die Fortsetzung von Schwarz-Rot. Nur ist diese Harmonie womöglich eher typografisch als politisch.
Autofrei. Werbefrei. Wirklich? Hinter manchen aktuellen Initiativen steht wieder einmal die Vorstellung, eine gute Stadt müsse vor allem eines sein: frei von allem, was ihre Initiatoren stört. Autofrei. Werbefrei. Reizarm. Konfliktarm. Die Gedanken dahinter sind nicht abwegig. Im Stau stehen nervt. Blöde Werbesprüche sind unerquicklich. Vermüllung ist ärgerlich. Rücksichtslosigkeit stört. Mich übrigens auch. Berlin ist…
Berlin diskutiert in diesen Monaten viel über Lager, Mehrheiten und mögliche Koalitionen. Über die Linke. Über die AfD. Über Rot-Grün-Rot. Über die Frage, ob die CDU ihre Führungsrolle verteidigen kann – oder am Ende selbst in die Opposition gerät. Ich glaube: Das eigentliche Problem liegt derzeit an einer anderen Stelle.
Berlin steht vor einer strategischen Weichenstellung. Mit einer möglichen Bewerbung für die Olympische Spiele und einer angestrebten EXPO 2035 werden derzeit zwei Großprojekte diskutiert, die weit über einzelne Veranstaltungen hinausreichen. Beide Vorhaben versprechen Impulse für Stadtentwicklung, Infrastruktur, Wirtschaft und internationale Sichtbarkeit.