Tastenfest 2026: Mozart in Spandau erleben

Tastenfest 2026: Mozart in Spandau erleben
Foto von Rene Terp auf Pexels

Wenn sich Mitte März in der Moritzstraße die Türen der Musikschule Spandau öffnen, steht ein ganzes Wochenende im Zeichen der Tasteninstrumente. Das Tastenfest 2026 widmet sich am 13. und 14. März schwerpunktmäßig Wolfgang Amadeus Mozart – und zeigt zugleich die beeindruckende Bandbreite musikalischer Ausbildung im Bezirk. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Ensembles aller Altersgruppen gestalten ein Programm, das Klassik, Kammermusik, Jazz und Akkordeonklänge miteinander verbindet. Der Eintritt zu sämtlichen Konzerten ist frei, Spenden zugunsten des Freundeskreises der Musikschule sind willkommen.

Auftakt mit Mozart und Kollegium

Den festlichen Beginn macht am Freitag, 13. März 2026, um 19:00 Uhr das Kollegiumskonzert. Lehrkräfte der Musikschule präsentieren ein facettenreiches Programm rund um Mozart. Klavierwerke zu vier bis sechs Händen stehen ebenso auf dem Programm wie Kammermusik mit Streichern und jazzige Interpretationen. Gerade diese Kombination aus klassischem Kernrepertoire und stilistischer Erweiterung unterstreicht den pädagogischen Anspruch der Einrichtung: Tradition bewahren und zugleich neue Perspektiven eröffnen.

Die Unterstützung durch den Freundeskreis der Musikschule Spandau zeigt, wie eng Kulturarbeit und bürgerschaftliches Engagement im Bezirk verflochten sind. Solche Förderstrukturen ermöglichen Konzerte auf anspruchsvollem Niveau bei freiem Eintritt – ein niedrigschwelliges Angebot, das Kultur für alle zugänglich macht.

„Zauberflöte“ für die ganze Familie

Am Samstag, 14. März, um 12:00 Uhr richtet sich der Blick besonders auf Familien. In einer kindgerechten Fassung von Mozarts „Zauberflöte“ kommen Erzähler, Gesang, Flöten und Klavier zusammen. Begleitende Bilder schaffen zusätzliche Zugänge zu Handlung und Figuren. Die Reduktion auf kammermusikalische Besetzung bringt das Werk näher an das Publikum heran und macht große Oper auch für jüngere Zuhörer verständlich und erlebbar.

Gerade in einer wachsenden Stadt wie Berlin, in der kulturelle Teilhabe stark von sozialen Faktoren abhängt, sind solche Formate von Bedeutung. Sie ermöglichen erste Begegnungen mit klassischer Musik ohne kostspielige Eintrittskarten oder lange Wege in die Innenstadt.

Nachwuchs auf der Bühne

Um 15:00 Uhr folgt das Podiumskonzert „Bühne frei“. Fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler präsentieren ein anspruchsvolles Programm mit bekannten Werken für Klavier – von Ludwig van Beethoven über Frédéric Chopin bis zu Sergej Prokofjew. Hier wird hörbar, welches Leistungsniveau an einer bezirklichen Musikschule erreicht werden kann.

Für die jungen Musikerinnen und Musiker ist der öffentliche Auftritt Bestandteil ihrer künstlerischen Entwicklung. Für das Publikum eröffnet sich die Gelegenheit, die musikalische Nachwuchsförderung vor Ort mitzuerleben. Solche Konzerte stärken nicht nur Selbstbewusstsein und Bühnenpraxis der Jugendlichen, sondern auch die Identifikation der Nachbarschaft mit „ihrer“ Musikschule.

Akkordeon als Instrument des Jahres

Den Abschluss bildet am Samstag um 19:00 Uhr das Festkonzert der Akkordeonklasse von Kirsten Mögelin. Das Akkordeon ist Instrument des Jahres 2026 – ein Anlass, der in Spandau mit besonderem Engagement gefeiert wird. Das Spektrum reicht von virtuosen Solostücken über Duos mit Posaune bis zu Trio- und Quartettformaten. Ein Tango-Ensemble mit Akkordeon und Streichquartett verspricht ungewöhnliche Klangfarben, ebenso das große Akkordeon-Ensemble „Vielklang“ unter der Leitung von Hans Richter.

Damit rückt ein Instrument in den Mittelpunkt, das häufig zwischen Volksmusik, Klassik und zeitgenössischen Klängen vermittelt. In einer vielfältigen Stadtgesellschaft wie Berlin spiegelt das Akkordeon kulturelle Brücken – zwischen Tradition und Moderne, zwischen verschiedenen musikalischen Milieus.

Kulturelle Bildung mit Strahlkraft

Das Tastenfest 2026 ist mehr als eine Konzertreihe. Es steht exemplarisch für die Rolle der bezirklichen Musikschulen als Orte kultureller Bildung und sozialer Begegnung. In Zeiten knapper öffentlicher Mittel und wachsender sozialer Unterschiede sind frei zugängliche Kulturangebote von unschätzbarem Wert. Sie fördern Talente unabhängig vom Einkommen der Eltern, bringen Generationen zusammen und verankern Kunst im Alltag der Kieze.

Für Spandau bedeutet das Festival eine sichtbare Stärkung des lokalen Kulturlebens. Für Berlin insgesamt ist es ein weiteres Beispiel dafür, wie lebendig die Musiklandschaft jenseits der großen Konzerthäuser ist. Wer am 13. und 14. März 2026 den Weg in die Moritzstraße 17 findet, erlebt nicht nur Mozart, sondern auch die kulturelle Zukunft der Stadt.