Tourismus in Berlin 2025 leicht unter Vorjahr
Berlin bleibt ein Magnet für Gäste aus aller Welt – auch wenn die aktuellen Zahlen eine leichte Delle zeigen. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, besuchten 2025 rund 12,4 Millionen Gäste die Hauptstadt und buchten 29,4 Millionen Übernachtungen. Gegenüber 2024 entspricht das einem Rückgang um 2,7 Prozent bei den Ankünften und 3,8 Prozent bei den Übernachtungen.
Stabilisierung auf hohem Niveau
Die Entwicklung ist differenziert zu betrachten. Seit 2021 stiegen die Gäste- und Übernachtungszahlen kontinuierlich an. 2024 wurde sogar der höchste Stand seit der Corona-Pandemie erreicht. Im Vergleich zu 2023 kamen 2025 immerhin 2,4 Prozent mehr Gäste in die Stadt – die Übernachtungen gingen jedoch leicht um 0,5 Prozent zurück. Das deutet darauf hin, dass viele Besucherinnen und Besucher kürzer bleiben, Berlin aber weiterhin gezielt ansteuern.
Vereinigte Staaten auf Platz 1
Mit 1,28 Millionen Übernachtungen bleiben die Vereinigten Staaten wichtigster ausländischer Quellmarkt – trotz eines leichten Minus von 2,2 Prozent. Dahinter folgen das Vereinigte Königreich (1,27 Millionen Übernachtungen, –9,1 Prozent) sowie die Niederlande (0,8 Millionen, –15,5 Prozent). Auffällig sind hingegen deutliche Zuwächse aus Luxemburg (+20,3 Prozent), China und Hongkong (+14,4 Prozent) sowie Indien (+10 Prozent).
Insgesamt machten internationale Übernachtungen 41,1 Prozent aus, wobei 70,4 Prozent davon aus dem europäischen Ausland kamen.
Mitte bleibt touristisches Zentrum
Der Bezirk Mitte bleibt das Herz des Berliner Tourismus. 46 Prozent aller Übernachtungen entfielen 2025 auf diesen Bezirk. Dort standen 208 Unterkünfte mit mehr als 63.000 Betten zur Verfügung.
Gäste aus den USA und dem Vereinigten Königreich übernachteten zu über 80 Prozent in klassischen Hotels und Hotels garnis – bevorzugt in Mitte. Die Zimmerauslastung größerer Hotels (mindestens 25 Zimmer) lag bei 73,5 Prozent und damit auf Vorjahresniveau.
Insgesamt waren zum Jahresende 701 Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten sowie fünf Campingplätze geöffnet. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 55,5 Prozent – leicht unter dem Wert von 2024 (56,8 Prozent).
Bedeutung für Berlin: Wirtschaftsfaktor mit Signalwirkung
Tourismus ist für Berlin weit mehr als eine Kennzahl in der Statistik. Er ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Hotels, Gastronomie, Kulturinstitutionen, Einzelhandel, Veranstaltungswirtschaft und zahlreiche Dienstleistungsbetriebe.
Die leichte Abschwächung gegenüber 2024 dürfte viele Betriebe spüren – insbesondere in einem Umfeld steigender Kosten und anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten. Gleichzeitig zeigt sich: Berlin bleibt international attraktiv. Gerade die stabile Nachfrage aus den USA sendet ein wichtiges Signal für die globale Wahrnehmung der Stadt.
Für die Berlinerinnen und Berliner bedeutet das Spannungsfeld aus hoher Nachfrage und leicht rückläufigen Zahlen zweierlei:
- Die touristische Infrastruktur bleibt stark ausgelastet, vor allem in Mitte.
- Gleichzeitig besteht die Chance, Besucherströme stärker in andere Bezirke zu lenken und neue kulturelle und wirtschaftliche Impulse in die Kieze zu bringen.
Die Herausforderung für Politik und Wirtschaft wird darin bestehen, Qualität und Vielfalt zu sichern, ohne die Belastungen für Wohnquartiere weiter zu erhöhen.
Berlin steht 2026 damit an einem Punkt, an dem es weniger um reines Wachstum geht – sondern um Balance: zwischen internationaler Anziehungskraft, wirtschaftlicher Stabilität und Lebensqualität für die Menschen, die hier dauerhaft zu Hause sind.
